Keine Angst vor Wasser

Kind im Wasser

Keine Angst mehr – Meine Tochter taucht jetzt voller Stolz im Wasser

Bei meinem ersten Kind besuchte ich, wie viele andere Mamas auch, einen Babyschwimmkurs. Ich las etwas von „Erinnerungen an den Mutterleib, Lösung von Blokaden“ und von anderen Vorteilen, wenn man bereits im zarten Alter von drei Monaten mit dem Kind im kühlen Nass plantscht. Tja, meine Tochter mochte zwar das Gefühl von Wasser, jedoch kein planschen, kein hin- und herschwenken und erst recht keine Spritzer ins Gesicht. Sie war von Anfang an ein „ich baumel lieber mit den Füßen im Wasser und gut ist“ Kind. Wir hielten uns also mit ihr überwiegend in „ruhigen Gewässern“ auf. Trotzdem wurde sie nie richtig warm mit Wasser.

Mein Sohn war ganz anders. Bereits im Alter von 11 Monaten (er lief bereits mit 9 Monaten) sprang er vom Beckenrand in meine Arme und hatte kein Problem damit, wenn sein Kopf unter Wasser kam. Er verstand von Anfang an, dass er die Luft anhalten musste und erst wieder nach dem Auftauchen atmen konnte. Ein Verschlucken kam kaum vor. Wir waren beigeistert, Leute um uns herum konnten es kaum glauben und alle lobten meinen Sohn in hohen Tönen. Meine Tochter jedoch, war das ängstliche Mäuschen am Beckenrand, welches sich fest an Papa klammerte, sobald ein Spritzer Wasser ihr Gesicht berührte. Das Schlimmste daran war, dass sich ihre Angst auf mich übertrug. Ich traute ihr nichts zu. Sobald sie im Wasser war hatte ich Angst, dass sie sich verschlucken, ausrutschen oder sich irgendwie verletzen könnte. Obwohl ich wirklich keine ängstliche Mama bin befand ich mich beim Thema Wasser und meiner Tochter in einer Angstspirale.

Noch hinzu kam, dass ihre Angst so gar nicht zu uns passte. Wir sind Plantscher, Rutscher und wild im Wasser. Das konnten wir aber nicht mehr sein. Unsere Urlaube verbrachten wir also stehend am Beckenrand oder im Sand vor dem Meer.

Mein Mann beschloss, ihr die Angst zu nehmen. Er versuchte sie zu ermutigen sich mehr zu trauen, mal einen Schritt weiter ins Wasser zu gehen und über Spritzer hinweg zu sehen. Er nahm sie mit zu den Rutschen und zeigte ihr, dass nichts passieren würde. Er zwang sie nie und drängte sie zu nichts und schaffte es irgendwie doch ihr nach und nach die Unsicherheit zu nehmen.

Jetzt mit vier Jahren ist sie wie ausgewechselt. Sie schwimmt mit ihren Schwimmhilfen neben uns her, springt ins Wasser, rutscht in allen erdenklichen Positionen die Rutschen runter und das Schönste daran ist ihr stolzer Blick, wenn sie aus dem Wasser wieder auftaucht.

Wir fühlen uns jetzt alle sicherer im Wasser, ich habe vertrauen zu ihr und das spürt sie auch. Die Angst vor Wasser ist weg, wir können nun endlich alle zusammen Spaß im Wasser haben.

Wäre es nach mir gegangen, hätte ich sie gelassen und ihre „Scheu vor Wasser“ akzeptiert. Ich hätte mich damit abgefunden nicht mehr im Wasser umherspringen zu können und hätte abgewartet, bis die Zeit die Situation irgendwie geregelt hätte. Doch durch meinen Mann musste ich lernen, dass es manchmal notwendig ist Kindern die Ängste zu nehmen um ihnen ihre Stärken aufzeigen zu können.

Und jetzt sitzen mein Mann und ich zusammen auf einer Liege und genießen unseren Kaffee, während wir unsere Kinder beim Herumtoben im Wasser beobachten. Ein Stückchen Freiheit, nicht nur für uns als Paar , sondern auch für meine Tochter die gelernt hat, dass man sich den Ängsten stellen kann.

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